Nachrichten

Jahresgespräche gehören abgeschafft

An einem Jahresgespräch wird Feedback gegeben. Feedback sagt aber vor allem etwas über den Feedback-Geber aus, nicht überden Feedback-Nehmer. Der Empfänger bekommt daher vor allem zu verstehen, wie er sich am besten anpasst, was er tun muss, um dem Chef zu gefallen. Die Feedbäckerei ist eine riesige Konformitätsmaschine. Das Resultat sind menschliche Anpassungsruinen.

Basel pflegt zwei Klassen von Berufsbeiständen

Die Verantwortung gegenüber den verbeiständeten Menschen ist nach Gesetz für alle Beistände dieselben. Sie sind – so der Referendar André Equey anlässlich der Verhandlung am Verwaltungsgericht Basel-Stadt vom 27. März 2019 – abschliessend für ihr Handeln verantwortlich. Trotzdem weist das Appellationsgericht des Kantons Basel-Stadt unter dem Vorsitz von Stephan Wullschleger am Ende die Klage eines Berufsbeistandes Sozialarbeiter aus dem Jahr 2013 auf lohnmässige Gleichbehandlung analog zum Berufsbeistand Jurist ab und erkennt in der unterschiedlichen Entlöhnung keinen Verstoss gegen das Prinzip «gleicher Lohn für gleiche Arbeit».

Patrick Fassbind fordert gute Rahmenbedingungen und Rückendeckung für Sozialarbeitende im Kindes- und Erwachsenenschutz

Patrick Fassbind forderte 2012 dazu auf, die Rahmenbedingungen der Arbeit von Sozialarbeitenden und Berufsbeiständen zu verbessern und ihnen für die beruflich herausfordernde Tätigkeit ausreichend Zeit und Ressourcen einzuräumen. Weiter – so Fassbind in seiner Masterarbeit 2012 – seien ihnen Arbeitshindernisse aus dem Weg zu räumen, geeignete Förderung und Unterstützung anzubieten und Rückendeckung zu leisten.

Übergeordnetes Kindesinteresse im Scheidungsverfahren: Lösungen im Interesse der Kinder

Stephan Auerbach vom Internationalen Sozialdienst – Schweiz: Die Zufriedenheit von Kindern, Müttern und Vätern mit in Mediationsverfahren erarbeiteten Lösungen ist im Vergleich zu den in Gerichtsverfahren festgelegten Lösungen deutlich höher, und die gefundenen Lösungen sind nachhaltiger.

Kindesschutz in Familien mit Suchtproblematik

Die Interessengemeinschaft für Qualität im Kindesschutz (IGQK) lud am 21. November 2018 unter der Leitung von Patrick Fassbind zu einer Qualitätswerkstatt an der HFS in Muttenz ein. Axel Jochum, Psychiater am Zentrum für Suchtmedizin Basel, legte eingangs dar, weshalb Kinder aus suchtbelasteten Familien – je nach ihrer persönlichen Konstitution mehr oder weniger – in ihrer Entwicklung benachteiligt sind und später vielfach selbst Hilfe in Anspruch nehmen müssen.

Berufsbeistandspersonen gelten im strafrechtlichen Sinne als Beamte und unterliegen dem strengen Amtsgeheimnis

Das Urteil der Baselbieter Staatsanwaltschaft  vom 21. November 2018 hält fest, dass alle Beistandspersonen im strafrechtlichen Sinne als Beamte gelten und damit dem strengen Amtsgeheimnis unterstehen. Der VBBRB fordert daher die Schweizerische Vereinigung der Berufsbeiständinnen und Berufsbeistände (SVBB) auf, unverzüglich einen «Leitfaden für Berufsbeistandspersonen im Umgang mit dem Amtsgeheimniss in der interdisziplinären Zusammenarbeit» zu entwickeln und so für die Berufsgruppe mehr Rechtssicherheit zu schaffen.

Jahresbericht zur SVBB-ASCP-Mitgliederversammlung am 11. September 2018

Für Berufsbeistandspersonen beim Kanton Basel-Stadt haben sich die Werte in den Rubriken Sozialer Zusam­menhalt und Arbeitsvolumen verschlechtert. Für Baselland zeigt sich in den letzten beiden Jahre eine generelle Verschlechterung der Arbeits­situation auf allen Ebenen. An der Weiterbildung: «Supervision – was du siehst, bist du» kommen die Teilnehmenden kamen zum Schluss, dass das Argument «man habe bei hoher Fallbelastung zu wenig Zeit für die Supervision» nicht stehen ge­lassen werden darf und dass Intervision keinen ausreichenden Ersatz für Supervision darstellt. 

Arbeit von Berufsbeistandspersonen nachträglich höher bewertet. Doch mehr Lohn gibt es dafür nicht

Ein Berufsbeistand hatte 2014 im Kanton Basel-Stadt dagegen geklagt, die lohn­klassen­wirksame Un­gleich­be­handlung von Berufs­beistands­personen in gleicher Funktion verstosse in eklatanter Art und Weise gegen das Gebot der Gleich­stellung und Gleich­be­handlung bzw. gegen das Prinzip «Gleicher Lohn für gleiche Arbeit».

Darf ich Auskunft geben?

Wer in der Verwaltung arbeitet, hat in der Regel auch Kundenkontakt mit Bürgerinnen und Bürgern und wird von Anfang an mit diversen Anfragen konfrontiert. Häufig besteht bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Unsicherheit darüber, was für Auskünfte erteilt werden dürfen.

Weiterbildungshalbtag am 5. Mai 2018 zum Thema «Supervision – was du siehst, bist du»

Julia Onken wird am 5. Mai in Basel um 9 Uhr das Thema «Supervision – was du siehst, bist du» mit einem zündenden Impulsreferat eröffnen. Danach werden bis 13 Uhr verschiedene Modelle für die Supervision vorgestellt und gemeinsam diskutiert. Wer Julia Onken bei der Arbeit erleben möchte, kann ab 14 Uhr an einer Gruppensupervision teilnehmen (max. 6 Personen).

Begleitete Besuchstage Basel-Stadt

Zum Auftrag von Berufsbeistandspersonen gehört öfters die Regelung von begleitetem Besuchsrecht. Doch die Begleitung von Kindern in strittigen Fällen erfordert viel Erfahrung und Fingerspitzengefühl gegenüber allen beteiligten Personen, denn sie stellt einen erheblichen Eingriff in die Privatsphäre von Eltern und Kindern dar.

Eine Dossierreduktion erhöht den Beratungserfolg

Die Stadt Winterthur liess überprüfen, wo Sozialarbeitende die freien Zeitressourcen bei einer Reduktion der Falllast einsetzen und wie sich dies auf den Beratungserfolg auswirkt. Sowohl die Ablösequote als auch die Fallkosten konnten gegenüber der Kontrollgruppe positiv beeinflusst werden, so dass die höheren Personalkosten bei einer Falllastbeschränkung auf 75 Fälle pro Vollzeitstelle mehr als aufgewogen werden Was für die Arbeit bei der Sozialhilfe gilt dürfte gleichermassen auf die Arbeit von Berufsbeistandspersonen zutreffen.

 

Zeitbudget von Berufsbeistandspersonen

Grundsätzlich ist davon auszugehen, dass mehr Zeit pro Betreuungsfall die Betreuungsqualität steigert. Angelegenheiten der Betreuten können sorgfältiger recherchiert und geregelt werden; es besteht eher die Chance, herauszufinden, was tatsächlich den Wünschen der Betreuten entspricht und sie bei ihrer Entscheidungsfindung zu unterstützen; Weiterbildung und Selbstreflexion der Betreuer oder kollegiale Fallbesprechungen ist grosszügiger bemessen. Doch wie die Zahlen des Instituts für Sozialforschung und Gesellschaftspolitik (ISG) zeigen, sind dafür die Fallobergrenzen der Konferenz für Kindes- und Erwachsenenschutz (KOKES) deutlich zu hoch.

KOKES-Statistik 2016

Die KOKES-Statistik 2016 umfasst die Daten aus allen 26 Kantonen resp. von allen 146 KESB. Per Ende 2016 bestehen für insgesamt 132 372 Personen Schutzmassnahmen (42 767 Kinder und 89 605 Erwachsene). Ziel der KOKES-Statistik ist, schweizweite Kennzahlen zu installieren, die aktuelle Entwicklungen abbilden und interkantonale Vergleiche ermöglichen und damit Impulse für qualitative Leistungsbeobachtung und -entwicklung setzen.

Stadt Zürich - Visionen für Kesb und Beistände

Die Stadt Zürich will sich den zahlreichen Herausforderungen im Kindes- und Erwachsenenschutz stellen mit der Absicht, sich künftig als «Leuchtturm» zu positionieren (ZKE 2|2017). Eine noch zu entwickelnde Fachstrategie soll aufzeigen, wie sich die Arbeit von Kesb-Mitarbeitenden und Beistandspersonen künftig entwickeln und das professionelle Handeln sichergestellt werden soll. Doch was bedeutet das konkret für die Berufsbeistandspersonen?

Befragung bei Berufsbeiständinnen und Berufsbeiständen in der Schweiz

Nur knapp mehr als die Hälfte aller Berufsbeistandspersonen (56%) nehmen Supervision in Anspruch. Damit vernachlässigen sie ihre professionelle Verpflichtung zur selbstkritischen Reflexion ihrer Handlungen angesichts von schutz- und hilfebedürftigen Klienten in einem Abhängigkeitsverhältnis bzw. gesetzlichen Pflichtkontext.

Kesb Fälle: Beistände leiden an Burn-out

Durch die Zunahme Kesb-Fälle steigt der Druck auf die Berufsbeistandspersonen. Das zeigt die noch unveröffentlichte Umfrage der Schweizerischen Vereini­gung der Berufsbeistände (SVBB), die an der Fachtagung am 13. Septemper 2017 in Thun der Öffentlichkeit vorgestellt wird. Rund 50 Pro­zent erlebten schon mehrmals über­mäs­sige Müdigkeit oder Erschöpfung. Jeder fünfte Berufsbeistand erkrankte an einem Burn-out. 40 Prozent machen sich Gedanken darüber, den Job zu wechseln.

Kinderrechte als Leitbild in der Arbeit mit Kindern

Das Kindeswohl – also das was Kindern gut tut und das was sie selbst wollen – stellt in der internationalen Rechtsordnung gemäß Artikel 3 der UN-Kinderrechtskonvention einen Gesichtspunkt dar, der bei allen Kinder betreffenden Entscheidungen mit Vorrang zu berücksichtigen ist. Was aber ist das eigentlich, das Wohl des Kindes? Wie ist es zu fassen, vielleicht sogar zu definieren?

Kennziffern für den Zeitbedarf von Berufsbeistandspersonen in der Arbeit mit schutz- und hilfebedürftigen Menschen

Die Kennziffern der Konferenz für Kindes- und Erwachsenenschutz (KOKES) geben eine Orientierung, den Arbeits- und Beratungs­auf­wand von Berufs­bei­stands­per­sonen in Korrelation zu den Fall- bzw. Dossier­zahlen zu setzen. Auch der schwei­ze­rische Dachverband der Berufsbeiständinnen und Berufsbeistände (SVBB-ASCP) hat Obergrenzen für die Anzahl von Kindes- und Erwachsenen­schutz­mandaten festgehalten.

Einbezug von verwandten und nicht verwandten Personen bei Kindesplatzierungen

Der Aufsatz der Autoren Mitrovic, Jud und Rosch ist in der wissenschaftlichen Herleitung eher langatmig formuliert. Und ob die Auswertung der Antworten von 175 KESB-Mitarbeitenden (Rücklaufquote 40%) statistischen Ansprüchen genügt, lassen selbst die Autoren offen. Trotzdem sind die im Kapitel III vorgestellten Ergebnisse von gesellschaftlicher Brisanz.

Entscheidungszuständigkeit des umfassenden Beistandes bei Uneinigkeit bevollmächtigter Patientenvertreter

Sind sich mehrere mittels Patientenverfügung eingesetzte Vertretungspersonen nicht einig bezüglich der erforderlichen medizinischen Massnahmen, und werden dadurch die Interessen der betroffenen Person gefährdet, ordnet die KESB gestützt auf Art.373 Abs.2 i.V.m. Art.368 ZGB das Erforderliche an.

Neue Anlaufstelle bei Konflikten mit der KESB

  • Sechs soziale Institutionen haben in Zürich die neue Anlaufstelle Kindes- und Erwachsenenschutz (Kescha) ins Leben gerufen.
  • Bürger, die sich mit staatlich verordneten Kindesschutzmassnahmen schwer tun und mit den Behörden in Konflikt geraten, können sich in Zukunft an diese private Einrichtung wenden.
  • Die Anlaufstelle Kescha ist als Verein organisiert. Das Angebot richtet sich an alle Sprachregionen der Schweiz.
  • Anfragen bei der Anlaufstelle werden durch das Familieninstitut der Universität Freiburg systematisch ausgewertet.

Ausschaffungsinitiative hat drastische Konsequenzen für Sozialarbeitende und Betroffene

Seit 1. Oktober 2016 wird neben dem Betrug auch der unrechtmässige Sozialhilfebezug als neue Straftat ins Bundesrecht aufgenommen (Art. 148a StGB). Für Ausländerinnen und Ausländer bedeutet das, dass bereits bei einer Verurteilung wegen unrechtmässigem Bezug in leichten Fällen
die Ausweisung geprüft wird.

Analyse der VBBRB-Umfrage 2016 und 5 Thesen

Obwohl die Realwerte in den beiden Kantonen BS und BL in vielen Fragekategorien teilw. erheblich voneinander abweichen, sind die Wunsch­werte erwartungs­gemäss deckungsgleich. Um die angezeigten Stressfaktoren für die Berufs­bei­ständinnen und Berufs­beistände zu reduzieren, sind konkrete Mass­nahmen zur Entlastung aller Mit­arbeitenden von Berufs­bei­stand­schaften notwendig. Alles steht und fällt letztlich mit der Fallzahl und der zuverlässigen Unter­stützung durch aus­reichende Backoffice-Strukturen.

Druck auf öffentlich Bedienstete steigt

Aus Sicht von Urs Stauffer, Präsident Zentralverband Öffentliches Personal Schweiz, gilt es die öffentliche Fi­nanz­politik kritisch zu hinter­fragen. Wollen wir einen weiteren Abbau von öffent­lichen Dienst­leistungen, Spar­programme beim öffentlichen Personal sowie einen Verlust von Lebens­qualität bei Bürger­innen und Bürgern?

Die Antwort von Stauffer heisst NEIN!!: «Wird an der Vor­lage Unter­nehmens­steuerre­form III nichts mehr geändert, ist das REFEREN­DUM und dessen Unter­stützung durch den Zentral­verband Öffentliches Personal Schweiz so gut wie sicher!»

Die Pflege darf nicht dominieren

Jürgen Spies sagt, in vielen Alters- oder Pflegeheimen werde der Fokus falsch gesetzt und äussert sich kritisch zur zur klassisch verwahrenden Warm-satt-sauber-Pflege. Wir versuchen dort anzuknüpfen, wo der Bewohner stand, bevor er zu uns gekommen ist. Was hat ihn geprägt, wie ist er aufgewachsen, welches sind seine sozialen Beziehungen, seine Hobbys?

Jobverlust kurz vor der Pensionierung

Die Arbeitslosigkeit in der Schweiz steigt. Das zeigen die neusten Zahlen vom Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco). Der Jobabbau trifft zunehmend auch ältere Mitarbeiter. Damit die Einkommenseinbussen im Ruhestand nicht allzu gross aus­fallen, muss der Entlassene rasch entscheiden, was mit seinem Pensions­kassen­gut­haben passieren soll. Bei vielen Pensionskassen (PK) liegt das frühestmögliche Pensionsalter bei 58 oder 60 Jahren. Hat man zum Zeitpunkt der Kündigung dieses Alter erreicht, kann man zwischen einer vorzeitigen Alters- und einer Aus­tritts­leistung (auch Freizügigkeitsleistung) wählen.

Verordnung über die Krankenversicherung im Kanton Basel-Stadt (KVO)

Die Durchführung von Aufgaben im Bereich der obligatorischen Kranken­pflege­ver­sicherung (nachfolgend Kranken­versicherung) gemäss dem Bundesgesetz über die Krankenversicherung (KVG) vom 18. März 1994 obliegt im Kanton Basel-Stadt zum einen Teil dem Gesundheits­departement und zum anderen Teil dem Departement für Wirtschaft, Soziales und Umwelt (Amt für Sozialbeiträge).

Job-Stress-Index 2015

Gesundheitsförderung Schweiz ermittelt seit 2014 jährlich drei Kennzahlen zu den Auswirkungen von arbeitsbedingtem Stress auf Gesundheit und Produktivität von Erwerbstätigen: Job-Stress-Index, Erschöpfungsrate und ökonomisches Potenzial. Die Resultate der Erhebung 2015 zeigen u.a: Die Erschöpfungsrate wird massgeblich durch Verhältnisse bei der Arbeit beeinflusst.

Begraben unter Dossiers

Die Arbeitslast auf vielen Sozialämtern ist für die Mitarbeiterlnnen kaum mehr zu bewältigen. Das mindert auch die Erfolge der Ämter und schadet nicht nur den Betroffenen. Ein ehemaliger Sozialarbeiter erzählt, wie die Arbeit zynisch macht.

Aufbau einer unabhängigen KESB-Ombudsstelle

Als Resultat einer Fachtagung im Bereich Kindes- und Erwachsenenschutz mit der Frage, wie die Kommunikation mit den Betroffenen gestärkt werden kann, regt die KOKES an, künftig vermehrt mündlich (statt nur schriftlich) mit den Betroffenen zu kommunizieren. Zudem wird von der Guido Fluri Stiftung eine Arbeitsgruppe zur Schaffung einer neutralen und unabhängigen Ombudsstelle initiiert; dazu wurde eine Arbeitsgruppe eingesetzt.

Fürsorgerische Zwangsmassnahmen - eine zeitgeschichtliche Recherche

Fürsorgerische Zwangsmassnahmen wurden in der Schweiz bis 1981 angeordnet. Manche der Opfer wurden als Kinder an Bauernhöfe verdingt, andere zwangssterilisiert, für Medikamentenversuche missbraucht oder wegen «Arbeitsscheu», «lasterhaften Lebenswandels» oder «Liederlichkeit» weggesperrt; wieder andere als Kinder ihren Müttern entrissen und zwangsadoptiert. Der Zugang zu Gerichten blieb den Betroffenen in den meisten Fällen verwehrt

Schweizweite Umfrage zur Arbeitssituation von Berufsbeiständen geplant

Der Vorstand der Schweizerischen Vereinigung der Berufs­bei­ständinnen und Berufs­bei­stände SVBB-ASCP schlägt seinen Mitgliedern an der General­ver­sammlung in Thun eine schweiz­weite Umfrage zur Arbeits­situation von Berufs­bei­ständen vor und bitte um die Zustimmung für Budget­rück­stellungen in der Höhe von 65'000 Franken, verteilt auf zwei Jahre.

Wechsel des Beistandes nach Wohnsitzänderung

Wechselt eine von einer kindes- oder erwachsenenschutz-rechtlichen Massnahme betroffene Person ihren Wohnsitz, hat gemäss Art. 442 Abs. 5 ZGB die KESB am neuen Ort die Massnahme ohne Verzug zu übernehmen. Vorbehalten bleiben ausdrücklich wichtige dagegen sprechende Gründe. Motive gegen eine (sofortige) Übernahme am neuen Wohnsitz können etwa sein: tatsächliche und nachweisbare Instabilität des neuen Aufenthaltsorts; unerledigte, aber erledigbare Angelegenheiten wie zustimmungsbedürftige Geschäfte gemäss Art. 416 ZGB (z.B. Erbteilungen); zu befürchtende Destabilisierung, z.B. durch Beistandswechsel; usw.

Basel-Stadt, Regierungsrat nimmt Stellung zur Fallbelastung

RR Christoph Brutschin: Es ist aber klar, also wir haben ein spezielles Augenmerk vom Departement auf das Amt für Beistandschaften und Erwachsenenschutz ABES, das die Arbeitsbelastung hoch. Also das heisst, wir müssen das Auge darauf behalten. Wir versuchen unser Bestes in der ABES und ich kann ihnen versichern, wenn die Situation sich zuspitzen sollten, die Fallzunahme weiter in diesem Rahmen fortgeht, dann werde ich wieder [vor den Grossen Rat mit einem Budgetantrag] kommen.

Basel-Stadt, Budgetpostulat betr. Berufsbeiständinnen und Berufsbeiständen

Hinsichtlich der erforderlichen Zeit empfiehlt die Konferenz der Kantone für Kindes- und Erwachsenenschutz (KOKES) eine Fallzahl von 60 bis 80 Dossiers auf 100 Stellenprozent Berufsbeiständin/Berufsbeistand. Das heisst, es steht ein durchschnittliches Zeitbudget von 18 Stunden pro verbeiständete Person und Jahr für persönliche Betreuung und Administration zur Verfügung. Real liegen die Dossierzahlen in Basel allerdings bei 110 Fällen und damit 50 Prozent über den KOKES-Empfehlungen.

Kindstötung in Flaach

Unter der Leitung von Karin Frei diskutieren im «Club»:

Daniela Fischer, Rechtsanwältin der Kindsmutter
Nicolas Galladé, Stadtrat Winterthur ,Vorsteher Departement Soziales
Ruedi Winet, Präsident Kesb-Vereinigung Kanton Zürich
Christoph Häfeli, Experte Kinder und Erwachsenenschutz
Ulrich König, ehem. Präs. Schweizerischer Gemeindeverband

Basel-Stadt, Höhere Fallzahlen im Amt für Bei­standschaften

Der steigende Aufwand im Sozialbereich schlägt sich auch im Headcount nieder. Er nimmt um 32 Stellen auf 714 zu. Über 23 davon entfallen auf die Sozialhilfe. Aufgrund der zunehmenden Fallzahlen im Bereich Migration wird der Personalbestand entsprechend der bei der Sozialhilfe geltenden dynamischen Steuerung um 8.26 Stellen erhöht. Zur Umsetzung des Projekts „nachhaltige Sozialhilfe“ sind 15 zusätzliche Stellen vorgesehen. In den Bereichen Familienmietzinsbeiträge udn Alimentenhilfe erfolgt ein Stellenaufbau von 1.5, in der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde eine von 1.0 Stellen

Basel-Stadt, Fallbelastung pro Vollzeitstelle bei 110 Dossiers

Eine grosse Herausforderung stellt das neue Recht auch in Bezug auf die Erwartungshaltung der Verbeiständeten, deren Umfeld und der Bevölkerung dar. Die Fallbelastung für die Berufsbeistandspersonen im Amt für Beistandschaften und Erwachsenenschutz liegt bei einer Vollzeitstelle 2013 bei 107 Mandaten, prognostiziert für 2015 und 2016 gar bei 110 Mandaten!

Berufsbeistände der Region Basel gründen Verband

Am 3.  November 2015wurde in Basel der VBBRB gegründet. Gründungsinitiator des VBBRB war Marcel Borer, Sozialarbeiter und Berufsbeistand. In den Vorstand der ersten Stunde wurden gewählt: Ursula Metzger, Präsidentin; Thomas Affolter, Vize-Präsident; Claudia von Tobel-Kaeser, Rechnungsführerin; Marcel Borer, Sekretär. Die Gründung erfolgte im Beisein der Schweizerischen Vereinigung der Berufsbeiständinnen und Berufsbeistände (SVBB-ASCP), namentlich vertreten durch deren Vize-Präsidentin Caroline Wernli und deren Sekretär Urs Mosimann.

20 Monate neues Kindes- und Erwachsenenschutzrecht: Ansprüche und Wirklichkeit – Bilanz und Ausblick

Patrick Fassbind zieht Bilanz über die ersten 20 Monate neues Kindes- und Erwachsenenschutzrecht. Was läuft gut und was ist noch verbesserungsfähig – organisatorisch, strukturell, rechtlich? Was wird an den KESB kritisiert und welche Lehren müssen daraus gezogen werden?

Eine betroffene Person hat bei der Auswahl des Beistands ein Mitspracherecht

Das Bundesgericht ruft die Bedeutung des Selbstbestimmungsrechts der Person in Erinnerung, das im Zentrum der neuen Regelung steht. Bei der Wahl des Beistands sind die Wünsche
der hilfsbedürftigen Person zu berücksichtigen, insbesondere weil dies die Erfolgschancen der Beistandschaft erhöht, hielten die Bundesrichter fest. Falls die betreffende Person jede Schutzmassnahme ablehne, sei ein anderes Verfahren möglich.

Basel-Stadt, Sozialkosten erhöhen sich um Netto 23.1 Mio Franken

Das Budget des Departements für Wirtschaft, Soziales und Umwelt verändert sich vor allem aufgrund der weiterhin steigenden Sozialleistungen. CHF 4.4 Mio. des zusätzlichen Aufwands von CHF 30.3 Mio. geht auf die Übernahme der Sozialdienste der Spitäler durch das Amt für Beistandshilfen und Erwachsenenschutz vom Gesundheitsdepartement zurück. Netto erhöhen sich die Sozialkosten – inklusive der von anderen Departementen aus bezahlten Leistungen – um CHF 23.1 Mio. auf CHF 594.9 Mio.

Basel-Stadt, Schlüssel von 90 Dossiers pro Vollzeitstelle Berufsbeiständin bzw. Berufsbeistand

Das ABES ist dank der grundlegenden Optimierung der Organisationsstrukturen einer ersten Anpassung der Personalressourcen (entsprechend dem Fallschlüssel von 90 Fällen pro Berufsbeiständin bzw. Berufsbeistand mit 100%-Pensum). Grosse Herausforderungen sind einerseits der zielgerichtete Einsatz der vorhandenen Personalressourcen andererseits das Führen der neuen Beistandschaften, die massgeschneidert auf die Bedürfnisse der betroffenen Person ausgerichtet sind.